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Лазарев В. Н.

Андрей Рублев и его школа


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Часть третья. Антология

1952. [L. Ouspensky und W. Lossky. Der Sinn der Ikonen]

        
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Разбору теологического содержания иконы «Троица», с акцентировкой равенства трех ее лиц, посвящен отдельный раздел в книге «Der Sinn der Ikonen», написанный одним из лучших знатоков средневековой церковной литературы, Леонидом Успенским:

     «Es gibt in der Ikone des heiligen Andreas eine in den Gebarden ausgedrückte Handlung, einen gegenseitigen Verkehr der Personen, der sich in der Neigung der Köpfe und in der Drehung der Gestalten äussert, und zugleich auch eine bewegungslose, stille Ruhe. Dieses innere Leben, das die drei im Kreise eingeschlossenen Gestalten verelnt und sich dem, was sie umgibt, mitteilt, enthüllt die ganze unerschöpfliche Tiefe des Bildes. Es scheint die Worte des heiligen Dionysius Areopagita wiederzugeben, nach dessen Auslegung «die Kreisbewegung bedeutet, dass (Gott) immer Sich Selber gleich bleibt, dass Er gesamthaft sowohl die mittleren Glieder als auch die äussersten Enden, die zugleich Behältnis und Enthaltenes sind, umfasst, und dass Er alles, was von Ihm ausging, zu Sich zurückführt». («Über die göttlichen Namen», Кар. 9, § 9, P. G., 3, col. 916 D.). Während die Neigung der Köpfe zweier Engel nach dem dritten hin ihre Gruppe vereinigt, sind die Gebärden ihrer Hände zu dem auf weissem Tische wie auf einem Altare stehenden eucharistischen Kelche gerichtet, in welchem der Kopf eines Opfertieres liegt. Indem er das freiwlllige Opfer des Sohnes Gottes vorbildet, zieht dieser Kelch die Handbewegungen der Engel auf sich und deutet die Einheit des Willens und der Handlung der mit Abraham einen Bund schliessenden Dreifaltigkeit an.

     Dass die Gestalten und Gesichter der Engel einander fast gleich sind, zeigt, indem es die Einheit der Natur der drei Personen hervorhebt, zugleich auch, dass die Ikone kelnesfalls die Absicht hat, konkret jede Person der Heiligen Dreieinigkeit darzustellen. Wie andere, frühere Ikonen ist sie nicht die Darstellung der Dreifaltigkeit selbst, das heisst der drei Hypostasen der Gottheit, denn die Gottheit ist Ihrem Wesen nach undarstellbar. Es handelt sich wirklich um die geschichtliche Szene (wenngleich das geschichtliche Element hier bis auf ein Mindestmass eingeschränkt ist), die jedoch in der Äusserung der trinitarischen Handlung in der Welt, der göttlichen Ökonomie sinnbildlich die Einheit und die Dreiheit der Gottheit enthüllt. Deshalb sind die Engel trotz ihrer Gleichhelt nicht unpersönlich; bei jedem sind die Eigenschaften seiner Handlung in der Welt deutlich ausgedrückt.

     Die Engel sind auf der Ikone in der Relhenfolge des Glaubensbekenntnisses angeordnet: Ich glaube an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist087-1. Der vollkommenen  с. 87 
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Unbeschreibbarkeit der ersten Hypostase, der auch im Glaubensbekenntnis nur karge und zurückhaltende Ausdrücke gewidmet sind, entspricht die Unbestimmtheit und Zurückhaltung der Farben des Obergewandes des linken Engels (zartrosa Mantel mit braunen und blaugrünlichen Reflexen). Der im Vergleich dazu ausführlichen und bis zur geschichtlichen Kundegebung (unter Pontius Pilatus) gehenden Offenbarung der zweiten Person entspricht die Deutlichkeit und Klarheit der Farben des mittleren Engels, dessen Kleidung durch die gewöhnlich der menschgewordenen zweiten Hypostase verliehenen Farben gekennzeichnet ist (purpurner Chiton mit blauem Mantel). Endlich ist die Hauptfarbe des dritten Engels, das Grün seines Mantels, die Farbe, die nach der Auslegung des heiligen Dionysius Areopagita «das Junge, in der Fülle der Kraft sich Befindende» bedeutet (Ibid., Кар. 15, § 7), ein klarer Hinweis auf die Eigenschaften der alles erneuernden und zum Leben erweckenden dritten Person der Heiligen Dreifaltigkeit. Die bis in letzte Feinheiten durchgeführte Harmonie der Farbenzusammenstellung der Dreifaltigkeitsikone des heiligen Andreas ist einer ihrer hauptsächlichen Zauber. Besonders eindrücklich ist die ausserordentllch starke und klare, kornblumenblaue Farbe des Mantels des mittleren Engels in Zusammenhang mit der goldgelben Farbe der Flügel, gleich reifem Korn. Der deutlichen und klaren Farbgebung des mittleren Engels sind die weichen Farben der beiden anderen entgegengesetzt. Aber auch diese Töne sind mit hellblauen, wie Edelsteine funkelnden Flecken durchbrochen. Dadurch, dass dieses Blau alle drei Gestalten farbig vereinigt, scheint es die Einheit der Natur der Hypostasen anzudeuten und verleiht gleichzeitig der ganzen Ikone eine ruhige und heitere Freude».

087-1 Die Anordnung der Engel führte oft zu unrichtigen Bestimmungen, die manchmal in eigentliche Entstellungen ausarteten. Zum Beispiel wurde zuwellen, sowohl vor wie nach Rublew, der mittlere Engel, der von den Ikonenmalern augenscheinlich immer als Bild der zwelten Hypostase verstanden wurde, durch einen kreuztragenden Heiligenschein, die Überschrift «Jesus Chtistus» und eine Schriftrolle in Seiner Hand anstatt des Stabes gekennzeichnet. Vlelleicht als Gegengewicht dazu und besonders auch als Widerlegung der in Russland auftretenden Ketzerei der Judaisierenden, die die orthodoxe Lehre über die Heilige Dreifaltigkeit ablehnten, erschienen, obgleich sehr selten, andere Entstellungen: Nicht nur der mittlere, sondern alle drei Engel wurden mit dem kreuztragenden Heiligenschein versehen. Obgleich eine Auszeichnung des mittleren Engels in den oben erwähnten patristischen Auslegungen ihren Grund findet, ist sie auf eine Darstellung angewendet unrichtig, weil so der Name des Gottmenschen einem Bild gegeben wird, das nicht Seine unmittelbare und konkrete Darstellung ist. «Als das Wort Fleisch wurde, wurde Es. … Jesus Christus genannt», sagt der heilige Johannes Damascenus («De Fide orth.», Buch IV, Кар. 6; P. G. 94, col. 1112 BC). Was aber die drei kreuztragenden Heiligenscheine betrifft, so werden hier auch die anderen Personen der Dreifaltigkeit mit dem Attribut der Leiden des Herrn versehen, so dass Ihnen auf diese Weise eine tatsächliche Beteiligung in der besonderen Ökonomie der zweiten Hypostase zugeschrieben wird. Die Frage der Ùberschrift und des kreuztragenden Heiligenscheines in der Darstellung der Heiligen Dreifaltigkeit wurde vom Zaren Johann dem Schrecklichen auf dem Moskauer Konzil von 1551 (das Konzil der hundert Kapitel genannt) gestellt. Als Antwort darauf bestimmte dieses Konzil, dass dieses Bild so gemalt werden müsse, wie alte Ikonenmaler und Andreas Rublew es gemalt hatten, das heisst ohne Kreuze: «und die Überschrift soll lauten «die Heilige Dreifaltigkeit». Nach eigenem Ausdenken aber soll nichts getan werden» (N. V. Pоkrоvsky, Denkmäler der christlichen Ikonographie, St. Petersburg, 1910, S. 289 — russisch).

     (L. Ouspensky und W. Lossky, Der Sinn der Ikonen, Bern und Olten, 1952, S. 203–204, 207).  с. 88 
  
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